Dokumentarfilm: Stilfserjoch. Kreuzweg des Friedens

Stilfserjoch. Kreuzweg des Friedens ist ein Dokumentarfilm, der einem außergewöhnlichen Ort im Herzen Europas gewidmet ist: Dem Stilfserjoch.

In 3000 Metern Höhe, mitten in den italienischen Alpen befindet sich ein beeindruckender Naturschatz, bei dem Gegenwart und Vergangenheit begegnen und der es dem Besucher erlaubt, eine atemberaubende Landschaft zu entdecken, die heute für den Alpensport genutzt wird.

Während der Gletscher des Stilfserjoch ein touristischer Treffpunkt für Sommerski sind, regt die Straße, die zum Gebirgspass führt, die Sportlichen dazu an, die Wagnisse des Fausto Coppi und der Mountainbiker des Giro d’Italia selbst zu erleben; sie ist ein Wunder der Ingenieurswissenschaft – erbaut und in Auftrag gegeben im 19. Jahrhundert vom österreichisch-ungarischen Reich.

Doch an diesem Ort kämpfte man einst nicht nur aus Sportsgeist. Vor hundert Jahren traten auf diesen Gipfeln die Soldaten in der Kälte des Schnees dem Feind entgegen.

Noch ein Jahrhundert später ist es möglich, Bomben, Schanzen, Waffen und Essensbehältnisse aus dem Schnee zu bergen. Das ist die Leidenschaft Marios, in den Alpen aufgewachsen und nun von Beruf Hotelportier. Er widmet all seine Freizeit dem Gedenken der im Gebirgskrieg gefallenen Soldaten, unabhängig davon, für welche Front sie gekämpft haben.

Die Geschichte von Mario ist eine der vielen, die diesen Gletscher zu einem lebendigen Mikrokosmos machen. Stilfserjoch. Kreuzweg des Friedens befasst sich auch mit den Geschichten von Claudia – Försterin, Gustav Thöni und Deborah Compagnoni – Ex-Olympiaskifahrer, von Arturo „Pompa“ Quintavalla – leidenschaftlicher Flugmechaniker und Erfinder von Rettungsgeräten für den Alpensport, die auf dem Gletscher des Stilfserjochgetestet getestet wurden; Renato – ein Hotelier, der in die Beschaulichkeit dieser Gipfel verliebt ist; Lorenz – ein Schamane, der am Fuß von der Straße des Stilfserjochs lebt.

Indem der Dokumentarfilm die Geschichten der unterschiedlichen Protagonisten mit eleganten Aufnahmen der majestätischen Gipfel (aufgenommen zu Land und im Flug) verbindet, bringt er den Zuschauer dazu, in das unvorhergesehene Gedicht jenes alpinen Mikrokosmos einzutauchen und begleitet ihn auf einer kadenzierten Wanderung, die auch und vor allem spiritueller Natur ist: die Entdeckung eines Gletschersgebiets, das von einem Punkt des Zusammenpralls feindlicher Kräfte zu einem Ort der Begegnung und des Vergnügens, des Austauschs und der Entdeckung geworden ist: Ein Kreuzweg des Friedens.

Der Autor

alessandro-melazziniAlessandro Melazzini, geboren und aufgewachsen in Veltlin, italienischer und deutscher Staatsbürger, lebt seit Ende der 90er Jahre in Deutschland. Nachdem er sein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Luigi Bocconi Universität Mailand abgeschlossen hatte, studierte er Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. In der Zeit zwischen 2003 und 2011 war er als freiberuflicher Kulturkorrespondent für die italienische Zeitungen La Stampa, L’Espresso und Il Sole 24 Ore tätig. Er war Lektor und Übersetzer bei dem Verlagshaus Bompiani und Autor der Kolumne „Mein Deutschland“ der Süddeutschen Zeitung.

Als Filmemacher realisierte er im Jahre 2011 den Dokumentarfilm Monaco, Italia. Geschichten vom Ankommen in Deutschland, der auf der Grenzland-Filmtage in Selb vom Publikum als beste Arbeit ausgezeichnet und vom Senat der italienischen Republik eingeladen wurde. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der Film von dem Dokumentationskanal Planet ausgestrahlt. Als Regisseur und ausführender Produzent hat er im Jahre 2012 für den italienischen Sender TV2000 einen Dokumentarfilm über den Marienwallfahrtsort Altötting und über das Bayerische Nationalmuseum umgesetzt. 2013 hat er in Zusammenarbeit mit RAI und mit der Unterstützung der Firma eni den Film Il Carattere Italiano von Angelo Bozzolini produziert, der erste Dokumentarfilm über ein italienisches Symphonieorchester, das der Accedemia Nazionale di Santa Cecilia. Der Film wird international ausgestrahlt und ist als DVD erhältlich. Unter anderem wurde er auf dem Vancouver International Film Festival, den Hofern Filmtagen und dem Palm Springs International Film Festival gezeigt.

Derzeit arbeitet er an den letzten Feinheiten des Filmprojekts Come und Fiume, einem Film, der sich der jamaikanischen Musik im Norden Italiens widmet und frei unter Creative-Commmon-Lizent veröffentlicht werden soll.

Originaltitel: Stelvio. Crossroads of Peace.
Autor und Produzent: Alessandro Melazzini
Kamera: Alessandro Soetje
Ton: Francesco Morosini
Schnitt: Paolo Turla
Musik: Sebastiano Forte
Produktion, Vertrieb und Verleih: Alpenway Media Production GmbH
Länge: 70 min.

Vorführungen

Deutschlandpremiere am 12.5.2014 auf dem DOK.fest München. 19.30 Uhr, ARRI Kino.
Karten gibt’s bei München Ticket.

Fotos: © Alpenway Media Production GmbH
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