Story

Am 23. April 1945 werden in einer Sandgrube bei Treuenbrietzen (Brandenburg) 127 italienische Militär-internierte von Angehörigen der deutschen Wehrmacht erschossen. Das Massaker wird vergessen. Doch dann kehrt die Geschichte zurück. Als die Bewohner der Stadt beginnen, sich der Vergangenheit zu stellen, kommen verdrängte Erinnerungen hoch an die Gewaltexzesse der letzten Kriegstage, die im historischen Gedächtnis der Stadt lange verborgen geblieben waren.

b1-1_1-der-letzte-ueberlebendeDie Filmemacher Katalin Ambrus, Nina Mair und Matthias Neumann haben sich auf eine lange Reise durch die Erinnerungen in Deutschland und Italien begeben. Mit ihrer Arbeit ist ihnen die filmische Ausgrabung eines verschütteten Verbrechens gelungen. Im Märkischen Sand ist eine Dokumentation über das Vergessen der Gewalt, das Verschweigen der Schuld und die Verantwortung gegenüber der Geschichte.

Hintergrund

Das Schicksal der italienischen Militärinternierten im Zweiten Weltkrieg ist im kollektiven Gedächtnis Deutschlands und Italiens kaum verankert. Nach der Kapitulation Italiens am 8. September 1943 und dem Zerfall des Bündnisses zwischen Berlin und Rom wurden ca. 650.000 italienische Soldaten zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. 50.000 sollten niemals nach Italien zurückkehren. Im Märkischen Sand erzählt die Geschichte der italienischen Militärinternierten anhand eines konkreten Beispiels von Zwangsarbeit in Brandenburg.

Das zweisprachige Filmprojekt ist als crossmediale, interaktive Dokumentation entstanden. In 24 Episoden beleuchtet die Webdoku Geschichte und Gegenwart des Massakers von Treuenbrietzen. In 18 thematischen und biografischen Gegenwartsepisoden wird das Ereignis aus heutiger Sicht dokumentiert. Die Hintergründe werden in 6 begleitenden Geschichtsepisoden ausgeleuchtet. Hier kommen animierte Tableaus zur Anwendung, die vom italienischen Zeichner Cosimo Miorelli gestaltet wurden. Die Musik wurde komponiert von Stefano Fornasaro und Andrea Blasetig.

Weblink

www.imidoc.net

Im Märkischen Sand ist eine Produktion der OUT OF FOCUS Filmproduktion unterstützt vom Deutsch-Italienischen Zukunftsfond (AA), der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Ergänzendes Bildungsmaterial steht auf der Seite zum Download bereit. Eine Blueray-Version der Webdoku ist für Veranstaltungen auf Anfrage verfügbar.