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La Grande Bellezza: Rom für’s Wohnzimmer

Es ist Sommer. Rom erstrahlt in voller Pracht: schön und verführerisch. Wie Jep Gambardellas Leben – ein purer Genuss: rauschende Feste, Gourmet-Restaurants, schöne Frauen und skurrile Menschen. Das alles scheint er in vollen Zügen zu genießen. Als erfolgreicher Journalist mit unwiderstehlichem Charme krönt er jedes Event.

Doch hinter dem unverbesserlichen Verführer verbirgt sich ein desillusionierter Mensch, den die Oberflächlichkeit der opulenten römischen Gesellschaft zusehends langweilt. Der Sog des süßen Lebens ist ihm zuwider. Oft denkt er an seine literarische Arbeit, die ihm in seiner Jugend nicht nur großen Erfolg für seinen ersten und einzigen Roman eingebracht hat, sondern nach und nach auch den Ruf eines gescheiterten Schriftstellers. Seit Kurzem schwelgt er in Erinnerungen an seine erste große Liebe. Die Leere, die in ihm bleibt, überspielt er mit Zynismus und Gin Tonic. Er würde gerne wieder schreiben, allem einen Sinn geben. Denn mit seinem 65. Geburtstag wird ihm eines klar: Alles ist vergänglich – und seine Zeit wird immer weniger. Auch in der ewigen Stadt.

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Auszeichnungen

  • Oscar 2014: Bester fremdsprachiger Film
  • Europäischer Filmpreis 2013: Bester Film, Beste Regie, Bester Darsteller und Bester Schnitt
  • Nastro d’Argento: Bester Nebendarsteller (Carlo Verdone), Beste Nebendarstellerin (Sabrina Ferilli), Bester Ton (Emanuele Cecere)
  • Golden Globe Awards 2014: Bester fremdsprachiger Film
  • British Academy Film Awards 2014: Bester nicht-englischsprachiger Film

Trailer

Kritik

Ein wenig Sex, ein wenig Philosophie – und sehr viel großkotzige Banalität. „La Grande Bellezza“ setzt einem alternden Flaneur und der ewigen Stadt Rom ein sehr dürftiges Denkmal. Der Film ist also eigentlich großer Mist. Aber er ist einfach wunderschön anzusehen.
Spiegel Online

La Grande Bellezza – Die große Schönheit ist eine ungewöhnliche Mischung aus Bildern und Klängen, Sehenswürdigkeiten und plumpem Nightlife. Es ist ein Wunder, dass so eine Story überhaupt funktioniert. Aber ob zu Fuß oder mit dem Rad – irgendwann merken wir, dass nicht der Protagonist Jep Gambardella, hauptberuflicher Flaneur und König des Nachtlebens der Ewigen Stadt, sondern wir selbst in Rom unterwegs sind. Regisseur Paolo Sorrentino nimmt uns mit auf eine zweieinhalbstündige Reise.

Jep kam in seinen Zwanzigern nach Rom, nachdem er einen sehr vielversprechenden Roman geschrieben hatte. Nun aber, nach 40 Jahren, arbeitet er mehr schlecht als recht als Journalist für eine Literaturzeitschrift. Jeps Freunde sind genauso frustriert und unzufrieden mit ihrem Leben wie er, obwohl sie alle rote Ferraris und Eigentumswohnungen mit Blick über die Stadt besitzen. Sie halten zueinander, die Gesellschaft der anderen erfüllt auch den Zweck einer Selbsthilfegruppe. Indem das Elend der anderen sie stets umgibt, behalten sie den Eindruck, ihr eigenes Leben sei lebenswert, die eigene Fassade noch erhaltenswert – auch wortwörtlich und operativ. Das Schönste daran ist, dass es den Charakteren nicht bewusst ist, wie sie doch zur Witzfigur ihrerselbst verkommen sind. Auf die Spitze getrieben wird dies noch durch eine Heilige, die nurmehr wie eine Mumie daherkommt und auf allen Vieren eine Treppe erklimmt.

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Jep hat in den letzten vier Jahrzehnten stets Roms Highsociety interviewt und nun die Macht, eine Party zum Erfolg oder zur Katastrophe werden zu lassen. Zugleich hat er aber auch ein zwanghaftes Streben nach Unterhaltung und Bewunderung. Wie ein gut funktionierender Alkoholiker kann Jep sein Leben weder genießen noch ändern. Er sehnt sich nach so viel mehr, und bleibt doch der Gefangene seiner selbst.

Oft bleiben wir perplex. Wundern uns, weshalb die Szenen von exzessiven Partys viele Minuten länger gezeigt werden, als dies zum Verstehen der Handlung nötig gewesen wäre. Die Szenen ändern sich oft abrupt, die Fotografie ist atemberaubend – und doch ist es im Kern nur die gleiche alte Geschichte über einen Schriftsteller, der seine Inspiration verloren hat und versucht, seinen Platz in der Welt zu finden.

Offizielle Website

www.lagrandebellezza.de
www.facebook.com/bellezzafilm

Regisseur Paolo Sorrentino bei den Dreharbeiten zum Film
Regisseur Paolo Sorrentino bei den Dreharbeiten zum Film
Alle Fotos: ©DCM
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