Mit dem Historiendrama Vivaldi und ich startet ab sofort ein atmosphärisch dichter Kinofilm über Musik, Selbstbestimmung und das barocke Venedig des 18. Jahrhunderts in den deutschen Kinos. Der italienisch-französische Film verbindet die Lebenswelt des Komponisten Antonio Vivaldi mit der fiktiven Geschichte einer jungen Violinistin, die gegen gesellschaftliche Zwänge kämpft.
Im Mittelpunkt steht Cecilia, gespielt von Tecla Insolia. Sie wächst im berühmten Ospedale della Pietà in Venedig auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das zugleich für seine musikalische Ausbildung bekannt war. Obwohl die jungen Musikerinnen europaweit bewundert wurden, mussten sie bei Auftritten hinter Gittern oder Masken verborgen bleiben. Individualität war nicht vorgesehen.
Zwischen Geigenkunst und gesellschaftlichen Zwängen
Cecilia gilt als außergewöhnliches Talent, doch ihr Lebensweg scheint bereits festgelegt: eine arrangierte Ehe und das Ende ihrer musikalischen Laufbahn. Erst mit der Ankunft des neuen Musikleiters Antonio Vivaldi eröffnet sich für sie eine andere Perspektive. Vivaldi erkennt ihre Begabung und ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen – gegen die starren Regeln der Zeit.
Der Film erzählt diese Geschichte nicht als klassisches Komponisten-Biopic, sondern richtet den Fokus bewusst auf Cecilia und die Rolle von Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft. Regisseur Damiano Michieletto, bislang vor allem als Opern- und Theaterregisseur bekannt, verbindet historische Kulissen mit emotionaler Intensität und viel Musik.



Barockes Venedig als visuelle Bühne
Gedreht wurde in Italien, unter anderem in Rom und Venedig. Der Film setzt weniger auf touristische Postkartenbilder, sondern auf eine dichte, oft melancholische Atmosphäre. Kritiker loben besonders die Ausstattung, die Kameraarbeit und die musikalische Inszenierung. Die Werke Vivaldis bilden nicht nur den Soundtrack, sondern treiben die Handlung emotional voran.
Auch die Besetzung überzeugt mit starken italienischen Darstellerinnen und Darstellern. Neben Tecla Insolia als Cecilia ist Michele Riondino als Antonio Vivaldi zu sehen. Weitere Rollen übernehmen unter anderem Fabrizia Sacchi und Stefano Accorsi.
Erfolgreich auf internationalen Festivals
Bereits vor dem deutschen Kinostart feierte „Vivaldi und ich“ internationale Erfolge. Der Film lief unter anderem beim Toronto International Film Festival und gewann mehrere Publikumspreise, etwa beim Chicago International Film Festival. Die Geschichte basiert lose auf dem preisgekrönten Roman „Stabat Mater“ des italienischen Autors Tiziano Scarpa.
Kinostart in Deutschland
In Deutschland läuft Vivaldi und ich seit dem 21. Mai 2026 in den Kinos. Verliehen wird der Film von X Verleih. Die Laufzeit beträgt 110 Minuten, die Altersfreigabe liegt bei FSK 12.

